Definition: Doppelstöckige Personengesellschaften und mittelbare Beteiligung

Von einer doppelstöckigen Personengesellschaft ist die Rede, wenn an einer Personengesellschaft (Untergesellschaft) eine andere Personengesellschaft (Obergesellschaft) beteiligt ist. Die Gesellschafter der Oberpersonengesellschaft sind in diesem Fall unmittelbar an der Oberpersonengesellschaft und mittelbar an der Unterpersonengesellschaft beteiligt. Nach § 15 Abs. 1 Nr. 2 Satz 2 EStG sind diese Gesellschafter deshalb auch Mitunternehmer der Unterpersonengesellschaft.

Wie so etwas in der Praxis aussehen kann und welche Gewinne welchem Beteiligten zuzurechnen sind, erfahren Sie im folgenden Beispiel.

Doppelstöckige Personengesellschaft: Veräußerung des Anteils an der Oberpersonengesellschaft

Sofern ein Anteil an der Oberpersonengesellschaft veräußert wird, ist der daraus resultierende Gewinn – auch soweit dieser auf stille Reserven der Unterpersonengesellschaft entfällt – insgesamt auf Ebene der Obergesellschaft festzustellen (vgl. BFH, Urt. v. 18.09.2007 – I R 79/06, BFH/NV 2008, 729; R 16 Abs. 13 Satz 8 EStR). Dieser Vorgang ist somit als einheitlicher Veräußerungsvorgang zu behandeln, für den insgesamt, soweit die Voraussetzungen im Übrigen erfüllt sind, die Steuervergünstigungen des § 16 Abs. 4 und § 34 Abs. 3 EStG Anwendung finden (vgl. OFD Koblenz, Vfg. v. 28.02.2007 – S 2243 A – St 31 3).

Aus dieser Beurteilung folgt des Weiteren, dass der ganze Veräußerungsgewinn nicht der Gewerbesteuer unterliegt, wenn der Obergesellschafter eine natürliche Person ist. Insbesondere erfolgt auch keine anteilige Besteuerung der auf die Beteiligung an der Unterpersonengesellschaft entfallenden und aufgedeckten stillen Reserven. Das gilt auch für die stillen Reserven, die im Zusammenhang mit Wirtschaftsgütern des Sonderbetriebsvermögens des Obergesellschafters bei der Unterpersonengesellschaft aufgedeckt werden.

Lesen Sie hier weiter, welche Auswirkungen die Veräußerung des Anteils an der Oberpersonengesellschaft noch haben kann.

Gewerbesteuerlicher Verlustabzug bei einer atypisch stillen Gesellschaft (doppelstöckige Personengesellschaft)

Die Vorschrift des § 10a GewStG findet auf die atypisch stille Gesellschaft und deren Mitunternehmer Anwendung. Bei Personengesellschaften ist Voraussetzung für einen Verlustabzug nach § 10a GewStG, dass sowohl eine Unternehmeridentität als auch eine Unternehmensidentität besteht. Hinsichtlich der atypisch stillen Gesellschaft ist dabei zu beachten, dass durch Begründung der Mitunternehmerschaft in der Regel eine doppelstöckige Beteiligungsstruktur entsteht.

Erfahren Sie hier, wie der gewerbesteuerliche Verlustabzug bei der doppelstöckigen Personengesellschaft funktioniert.

Bildung eines Investitionsabzugsbetrags bei späterer Investition im Sonderbetriebsvermögen

Gemäß 7g Abs. 7 EStG kann ein Investitionsabzugsbetrag auch bei Personengesellschaften beansprucht werden. Daher kann die Gesellschaft Investitionsabzugsbeträge für künftige Investitionen der Gesamthand vom gemeinschaftlichen Gewinn in Abzug bringen. Im vorliegenden Fall stritten Finanzamt und Klägerin darüber, ob der Investitionsabzugsbetrag auch bei einer Investition im Sonderbetriebsvermögen geltend gemacht werden kann.

Der BFH gab der Klägerin recht. Erfahren Sie hier die Gründe.

Ruhender Gewerbebetrieb oder Betriebsaufgabe? Das ist zu beachten

Die Aufgabe eines Gewerbebetriebs führt zu einer Endbesteuerung der stillen Reserven und zu einem Aufgabeergebnis. Dabei besteht die Gefahr, dass eine Betriebsaufgabe unbewusst durch bestimmte Handlungen eingeleitet wird, ohne dass diese wirklich beabsichtigt war.

In einem aktuellen Urteil beschäftigte sich der BFH mit der Frage, ob das Ausscheiden einer Komplementär-GmbH aus einer GmbH & Co. KG, die aus einem ruhenden Gewerbebetrieb originär gewerbliche Einkünfte erzielt, zu einer Betriebsaufgabe führen kann.

Wie der BFH die Einkünfte aus einem ruhendem Gewerbebetrieb bewertet, erfahren Sie im folgenden Beitrag.

Ohne Vorwarnung: BFH ändert Rechtsprechung rund um sog. RETT-Blocker

Wie sind Beteiligungsquoten an bzw. über Personengesellschaften zu berechnen? Der Bundesfinanzhof (BFH) hat seine Rechtsprechung rund um die sog. RETT-Blocker ohne Vorwarnung geändert: Auch bei Altfällen soll nun bei Personengesellschaften auf die kapitalmäßige Beteiligung abgestellt werden. Neue Fälle wurden seit einer Gesetzesänderung 2013 bereits so behandelt.

Wir informieren Sie heute über diese spannende BFH-Entscheidung vom 27.9.2017 – lesen Sie jetzt hier weiter.

Berücksichtigung der Anschaffungskosten eines Oberpersonengesellschafters bei der Veräußerung des Anteils – BFH vom 28.09.2017 Az: IV R 51/15

Das Verlustabzugsverbot des § 4 Abs. 6 UmwStG 2002 steht der Berücksichtigung der Anschaffungskosten eines Oberpersonengesellschafters, der seinen Kommanditanteil an der Oberpersonengesellschaft erst nach erfolgter formwechselnder Umwandlung der Unterpersonengesellschaft erworben hat, bei Veräußerung seines Anteils nicht entgegen.

Hier das BFH-Urteil vom 28.9.2017 im Volltext aufrufen.

Interessanter Fall: Bewertung eines KG-Anteils im Rahmen der Erbschaftsteuer

In dem aktuellen Urteil des FG Düsseldorf ging es um die Frage der Bewertung eines KG-Anteils für Zwecke der Erbschaftsteuer. Strittig war hierbei die Frage, ob der positive Kapitalkontenbestand des Gesellschafters, dessen Anteil zu bewerten ist, mit den negativen Kapitalkontensalden anderer Kommanditisten saldiert werden kann. Auch der BFH wird sich möglicherweise demnächst mit diesem Fall beschäftigen.

Wie der Fall ausgegangen ist, lesen Sie im folgenden Beitrag.

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