Definition: Doppelstöckige Personengesellschaften und mittelbare Beteiligung

Von einer doppelstöckigen Personengesellschaft ist die Rede, wenn an einer Personengesellschaft (Untergesellschaft) eine andere Personengesellschaft (Obergesellschaft) beteiligt ist. Die Gesellschafter der Oberpersonengesellschaft sind in diesem Fall unmittelbar an der Oberpersonengesellschaft und mittelbar an der Unterpersonengesellschaft beteiligt. Nach § 15 Abs. 1 Nr. 2 Satz 2 EStG sind diese Gesellschafter deshalb auch Mitunternehmer der Unterpersonengesellschaft.

Beispiel für eine doppelstöckige Personengesellschaft.

An der gewerblich tätigen U-GmbH & Co. KG (Untergesellschaft) sind als Komplementärin die U-GmbH und als Kommanditistin die O-GmbH & Co. KG (Obergesellschaft) beteiligt. Kommanditist der O-GmbH & Co. KG ist auch A, der aufgrund Vertrags mit der U-GmbH & Co. KG für diese als Geschäftsführer tätig ist. B hat der U-GmbH & Co. KG verzinslich ein Darlehen gewährt.

Frage: Welche Gewinne und Einkünfte sind welchem Beteiligten zuzurechnen?

Die Lösung: Nach § 15 Abs. 1 Nr. 2 EStG sind A und B Mitunternehmer, und zwar

  • bei der O-GmbH & Co. KG als unmittelbar Beteiligte,
  • bei der U-GmbH & Co. KG als mittelbar Beteiligte.

Während die Gewinnanteile an der O-GmbH & Co. KG den unmittelbar Beteiligten A und B im Rahmen der gesonderten und einheitlichen Feststellung für diese KG zugerechnet werden, sind die Vergütungen für die Geschäftsführung und die Darlehensgewährung, die A und B als mittelbar Beteiligte beziehen, den A und B als „Feststellungsbeteiligten“ im Rahmen der Gewinnfeststellung für die U-GmbH & Co. KG als gewerbliche Einkünfte zuzurechnen (§ 15 Abs. 1 Nr. 2 Satz 2 EStG).

 

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