Doppelstöckige Personengesellschaft: Was ist zu beachten?

Wir haben hier für Sie als Steuerberater die wichtigsten Fakten rund um die doppelstöckige Personengesellschaft zusammengefasst. Alles für Ihre optimale Beratung:

Was ist zum Beispiel aus steuerlichen Gesichtspunkten bei der Auflösung einer doppelstöckigen Personengesellschaft zu beachten? Oder welchen Einfluss hat die Beteiligung der Obergesellschaft an der Untergesellschaft beim Verlustvortrag? Bei der doppelstöckigen Personengesellschaft sind nicht selten komplizierte Wechselwirkungen zu beachten, die wir auf dieser Seite nach und nach für Sie auflösen.

Klicken Sie in die weiterführenden Beiträge rund um die doppelstöckige Personengesellschaft.

Definition: Doppelstöckige Personengesellschaften und mittelbare Beteiligung

Von einer doppelstöckigen Personengesellschaft ist die Rede, wenn an einer Personengesellschaft (Untergesellschaft) eine andere Personengesellschaft (Obergesellschaft) beteiligt ist. Die Gesellschafter der Oberpersonengesellschaft sind in diesem Fall unmittelbar an der Oberpersonengesellschaft und mittelbar an der Unterpersonengesellschaft beteiligt. Nach § 15 Abs. 1 Nr. 2 Satz 2 EStG sind diese Gesellschafter deshalb auch Mitunternehmer der Unterpersonengesellschaft.

Wie so etwas in der Praxis aussehen kann und welche Gewinne welchem Beteiligten zuzurechnen sind, erfahren Sie im folgenden Beispiel.

Doppelstöckige Personengesellschaft: Veräußerung des Anteils an der Oberpersonengesellschaft

Sofern ein Anteil an der Oberpersonengesellschaft veräußert wird, ist der daraus resultierende Gewinn – auch soweit dieser auf stille Reserven der Unterpersonengesellschaft entfällt – insgesamt auf Ebene der Obergesellschaft festzustellen (vgl. BFH, Urt. v. 18.09.2007 – I R 79/06, BFH/NV 2008, 729; R 16 Abs. 13 Satz 8 EStR). Dieser Vorgang ist somit als einheitlicher Veräußerungsvorgang zu behandeln, für den insgesamt, soweit die Voraussetzungen im Übrigen erfüllt sind, die Steuervergünstigungen des § 16 Abs. 4 und § 34 Abs. 3 EStG Anwendung finden (vgl. OFD Koblenz, Vfg. v. 28.02.2007 – S 2243 A – St 31 3).

Aus dieser Beurteilung folgt des Weiteren, dass der ganze Veräußerungsgewinn nicht der Gewerbesteuer unterliegt, wenn der Obergesellschafter eine natürliche Person ist. Insbesondere erfolgt auch keine anteilige Besteuerung der auf die Beteiligung an der Unterpersonengesellschaft entfallenden und aufgedeckten stillen Reserven. Das gilt auch für die stillen Reserven, die im Zusammenhang mit Wirtschaftsgütern des Sonderbetriebsvermögens des Obergesellschafters bei der Unterpersonengesellschaft aufgedeckt werden.

Lesen Sie hier weiter, welche Auswirkungen die Veräußerung des Anteils an der Oberpersonengesellschaft noch haben kann.

Gewerbesteuerlicher Verlustabzug bei einer atypisch stillen Gesellschaft (doppelstöckige Personengesellschaft)

Die Vorschrift des § 10a GewStG findet auf die atypisch stille Gesellschaft und deren Mitunternehmer Anwendung. Bei Personengesellschaften ist Voraussetzung für einen Verlustabzug nach § 10a GewStG, dass sowohl eine Unternehmeridentität als auch eine Unternehmensidentität besteht. Hinsichtlich der atypisch stillen Gesellschaft ist dabei zu beachten, dass durch Begründung der Mitunternehmerschaft in der Regel eine doppelstöckige Beteiligungsstruktur entsteht.

Erfahren Sie hier, wie der gewerbesteuerliche Verlustabzug bei der doppelstöckigen Personengesellschaft funktioniert.

Berücksichtigung der Anschaffungskosten eines Oberpersonengesellschafters bei der Veräußerung des Anteils – BFH vom 28.09.2017 Az: IV R 51/15

Das Verlustabzugsverbot des § 4 Abs. 6 UmwStG 2002 steht der Berücksichtigung der Anschaffungskosten eines Oberpersonengesellschafters, der seinen Kommanditanteil an der Oberpersonengesellschaft erst nach erfolgter formwechselnder Umwandlung der Unterpersonengesellschaft erworben hat, bei Veräußerung seines Anteils nicht entgegen.

Hier das BFH-Urteil vom 28.9.2017 im Volltext aufrufen.

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