Gewerbesteuer: Tipps zur Berechnung, Beispiele, Urteile

Grundlage für die Berechnung der Gewerbesteuer ist der Gewinn oder Verlust. Dieser wird um Hinzurechnungen erhöht und um Kürzungen vermindert. Wurde im Vorjahr ein Verlust erzielt, vermindert sich der Betrag um den Gewerbeverlustvortrag. Auf den so berechneten Gewerbeertrag wird die Steuermesszahl von 3,5 angewendet. Der Steuermessbetrag wird von der Gemeinde mit einem Hebesatz multipliziert, der meist zwischen 350 % und 450 % (im Bundesdurchschnitt ca. 400 %) liegt.

Hinweis: Wichtig ist der Blick auf den Hebesatz bei der Standortwahl. So lassen sich bereits durch die Wahl des Standorts jährlich mehrere tausend Euro sparen.

Personenunternehmen können von ihrem Gewerbeertrag einen Freibetrag von 24.500 € abziehen, die GmbH nicht.

Ein Beispiel zur Berechnung der Gewerbesteuer bei der Personengesellschaft sehen Sie weiter unten in unserer Artikelübersicht.

Dem Gewinn werden alle Finanzierungsaufwendungen mit 25 % hinzugerechnet, soweit die Summe den Freibetrag von 100.000 € überschreitet. Belastet werden in der Regel Großkonzerne, während Mittel- und Kleinbetriebe aufgrund des Freibetrags oftmals sogar ohne Hinzurechnung davonkommen.

Einzelunternehmer sowie die Gesellschafter von Personengesellschaften können das 3,8fache des Gewerbesteuermessbetrags auf die Einkommensteuer anrechnen. Damit wird eine weitgehende Entlastung gewerblicher Einkünfte von der Gewerbesteuer bewirkt. Zu einer vollständigen Entlastung kommt es somit, wenn die Gemeinde nicht mehr als einen Hebesatz von 380 % verlangt.

Im Gegensatz zu Einzelunternehmen und Personengesellschaften lässt sich die Kommunalabgabe bei den Beteiligten (Gesellschafter) an einer Kapitalgesellschaft nicht von der Einkommensteuerschuld abziehen.

Im folgenden sehen Sie alle unsere Beiträge zum Thema Gewerbesteuer bei der Personengesellschaft im Überblick. Lesen Sie jetzt weiter.

Wie wird die Gewerbesteuerermäßigung bei der doppelstöckigen Personengesellschaft ermittelt?

Doppel- und mehrstöckige Personengesellschaften sind oft als Investitionsvehikel in der Immobilienbranche, im Private-Equity-Geschäft oder bei Fonds für erneuerbare Energien anzutreffen.

Wie in diesen Fällen bei unterschiedlichen Gewerbesteuerhebesätzen genau der Steuerermäßigungsbetrag für die Gewerbesteuer bei der Einkommensteuer auf Gesellschafterebene zu erfassen ist, war bisher noch offen. Der BFH hat nun in einem Grundsatzurteil hierzu Stellung genommen.

Erfahren Sie hier, wie die Gewerbesteuerermäßigung bei Personengesellschaften im Detail ermittelt wird.

Anrechnung der Gewerbesteuer bei unterjährigem Gesellschafterwechsel

Mit Urteil vom 14.01.2016 (BStBl II 2016, 875) hat der BFH entschieden, dass für eine Personengesellschaft festgestellte Gewerbesteuermessbeträge bei unterjährigem Ein- oder Austritt von Gesellschaftern auf die am Ende des gewerbesteuerrechtlichen Erhebungszeitraums beteiligten Mitunternehmer aufzuteilen sind.

Erfahren Sie hier mehr in unserer Kompaktanalyse.

Beginn der Gewerbesteuerpflicht bei gewerblicher Prägung

Mit Einkünfteerzielungsabsicht unternommene vermögensverwaltende Tätigkeiten einer gewerblich geprägten Personengesellschaft stellen keine bloßen Vorbereitungshandlungen einer werbenden originär gewerblichen Tätigkeit, sondern eine eigenständige werbende Tätigkeit dar, wenn sie das Maß dessen überschreiten, was zur Aufnahme der originär gewerblichen Tätigkeit erforderlich und üblich ist.

Hier mehr zur BFH-Entscheidung vom 13.4.2017 erfahren.

Gewerbesteuer in Umwandlungsfällen

Der Gewerbesteuer unterliegen innerhalb der Fünf-Jahres-Frist die Gewinne aus einer oder mehreren Veräußerungen einer der in § 18 Abs. 4 Satz 1 und 2 UmwStG genannten Sachgesamtheiten, soweit hierin stille Reserven enthalten sind, die dem von der Kapitalgesellschaft zur Personengesellschaft übergegangenen Betriebsvermögen zuzuordnen sind.

Dies geht aus einer BFH-Entscheidung vom 28.4.2016 hervor. Hier mehr erfahren.

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