Die Umwandlung von GmbH in GbR

In der Praxis treffen Sie häufig auf Mandanten, die das unternehmerische Engagement in einer GmbH beenden und in der Rechtsform einer Personengesellschaft oder eines Einzelunternehmens fortführen möchten. Wir zeigen, worauf Sie als Steuerberater bei der Umwandlung von einer Kapital- in eine Personengesellschaft achten müssen.

Was bringt der Rechtsformwechsel?

Klassisches Beispiel für den Wechsel von Kapitalgesellschaft in Personengesellschaft ist die Umwandlung von GmbH in GbR. Ein Rechtsformwechsel von einer GmbH in eine Personengesellschaft (PersG) kann von Interesse sein, um

  • eine günstigere Besteuerung entnommener Gewinne, eine bessere steuerliche Nutzung von Verlusten oder die volle Abziehbarkeit von Refinanzierungsaufwendungen des Gesellschafters aus dem Erwerb des Unternehmens zu erreichen,
  • die steuerliche Flexibilität einer Personengesellschaft bei der Übertragung einzelner Wirtschaftsgüter nach § 6 Abs. 5 EStG oder bei einer Realteilung nach § 16 Abs. 3 EStG zu nutzen,
  • einen Unternehmensverkauf vorzubereiten, in dem der Veräußerer von GmbH-Anteilen im Wege des Veräußerer-Umwandlungsmodells noch in seiner Sphäre eine Umwandlung in ein Personenunternehmen vornimmt. Damit hat der Erwerber die Möglichkeit, den zu zahlenden Kaufpreis in Abschreibungsvolumen zu transformieren und etwaige Refinanzierungsaufwendungen in vollem Umfang als Betriebsausgaben oder Sonderbetriebsausgaben geltend zu machen.

 

Rechtsformwechsel durch Liquidation

Der Rechtsformwechsel in ein Personenunternehmen kann durch Liquidation der GmbH mit nachfolgender Neugründung einer Personengesellschaft – wie z.B. die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) –  erfolgen.

Umwandlungsgesetz und Umwandlungssteuergesetz

Als Alternative kommt die unmittelbare Umwandlung in die Ziel-Rechtsform nach den Vorschriften des Umwandlungsgesetzes und des Umwandlungsteuergesetzes in Betracht.

Diese kann im Gegensatz zur Liquidation grundsätzlich ohne Auflösung und Versteuerung der stillen Reserven vollzogen werden. Die Umwandlung von einer GmbH in eine Personengesellschaft (PersG) sieht dann lediglich eine fiktive Ausschüttung und Versteuerung der bisher thesaurierten Gewinne vor.

Umwandlung in eine GmbH & Co. KG

Ist nach der Umwandlung weiterhin eine Haftungsbeschränkung der Gesellschafter angestrebt, kommt regelmäßig dafür der Rechtsformwechsel in eine GmbH & Co. KG in Betracht. Dieser kann ebenfalls nach den Vorschriften des Umwandlungsgesetzes vorgenommen werden.

In den folgenden Artikeln stellen wir Ihnen die zivilrechtlichen Möglichkeiten sowie die steuerlichen Folgen der Umwandlung einer GmbH in ein Einzelunternehmen oder eine Personengesellschaft vor. Die Serie berücksichtigt die Verwaltungsauffassung im Umwandlungssteuer-Erlass 2011 (UmwStE 2011).

Vgl. dazu auch:

  • BMF-Schreiben v. 11.11.2011 – IV C 2 – S 1978 – b/08/10001, BStBl I, 1314
  • Flick/Gocke/Schaumburg, Der Umwandlungssteuer-Erlass 2011, 2012
  • Kroener/Momen, DB 2012, 71
  • Schneider/Ruoff/Sistermann, FR 2012, 1
  • Blumenberg u.a., DB 2012, Beilage 1/2012
  • Drüen/Hruschka/Kaeser/Sistermann, Beihefter zu DStR Heft 2/2012
  • Kotyrba/Scheunemann, BB 2012, 223
  • Neumann, GmbHR 2012, 113
  • Ott, StuB 2012, 131
  • Demuth, KÖSDI 2012, 17784
  • Dörr/Loose/Motz, NWB 2012, 566.

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